zertifizierung_templates.jpg

Wichtigste Fragen und Antworten

Fragen zu den Kriterien und zum Verfahren

Was muss ich machen, damit ich mein Center zertifizieren lassen kann? »

Jedes Center, das zertifiziert werden will, muss das Erst-Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Damit dies erfolgreich geschehen kann, ist es nötig, zuerst die Qualitätskriterien, die für eine Zertifizierung und Auszeichnung erfüllt werden müssen, sorgfältig zu studieren.

Im Detail beurteilen lässt sich die Frage, ob ein Center "zertifizierungsbereit" ist, nur durch das Studium der Kriterien und Abläufe anhand eines strukturierten Fragebogens. Der Erst-Zertifizierungsfragebogen können Sie mit dem Formular unter Formulare/Downloads bestellen. Das ausführliche Kriterienwerk ist allerdings nicht kostenlos.

Wenn das Center "zertifizierungsbereit" ist und die Kriterien erfüllt werden, kann das Erst-Zertifizierungsverfahren beginnen. Dazu bestellt man gegen eine Gebühr den ausführlichen Fragebogen. Diese Gebühr wird genauso wie jene für die Fragebogen-Analyse und die Überprüfung vor Ort nach einem erfolgreichem Erst-Zertifizierungsverfahren angerechnet.

Wie lange dauert das Erst-Zertifizierungsverfahren? »

Das hängt grösstenteils vom Center selbst ab. Wenn der Fragebogen zur Erst-Zertifizierung sorgfältig und Punkt für Punkt ausgefüllt wurde sowie alle verlangten Kopien und Nachweise (Handelsregisterauszug, Kopien der Ausbildungen der Mitarbeiter etc.) beigelegt sind, kann QualiCert in der Regel innert zwei bis drei Wochen einen Termin für die Vorortüberprüfung vereinbaren.

Vergleichbar wie mit dem Ausfüllen des Fragebogens verhält es sich bei der Überprüfung vor Ort. Wenn auf Anhieb festgestellt werden kann, dass alle Qualitätskriterien erfüllt sind, erfolgt die Erst-Zertifizierung nach dem Besuch im Center innert zwei bis drei Wochen – vorausgesetzt, das Center schickt die unterschriebene Qualitätsvereinbarung sofort zurück und bezahlt die Restgebühren für die Erst-Zertifizierung innert kurzer Frist. Falls bei der Überprüfung vor Ort aber Abweichungen von den Qualitätskriterien festgestellt werden, kann es auch Monate dauern, bis auf Grund des Prüfberichts und des gegenseitigen Schriftverkehrs alle Kriterienabweichungen bereinigt sind. Möglicherweise ist sogar ein zweiter Termin im Center nötig.

Aus diesen Gründen ist entscheidend, dass die Qualitätskriterien sorgfältig studiert und der Fragebogen exakt ausgefüllt und mit den nötigen Dokumenten und Kopien versehen wird.

Wie hoch sind die Zertifizierungsgebühren? »

Die Zertifizierungsgebühren sind von der Grössenkategorie des Centers abhängig. Die Grössenkategorie des Centers kann in der Regel erst anlässlich der Überprüfung vor Ort verlässlich festgestellt werden.

Die Kategorienzuteilung des Centers erfolgt entweder auf der Basis der Anzahl separater Trainingsstationen oder einer unabhängigen und neutralen Meldung der Mitgliederzahl. Die Details zu den Zertifizierungsgebühren finden Sie unter
Gebühren.

Wie viele Beaufsichtigungs- und Kompetenzpräsenzstunden braucht mein Center und wie werden diese berechnet? »

Die in den Qualitätskriterien vorgeschriebene wöchentliche Mindestzahl an Beaufsichtigungs- und Kompetenzpräsenzstunden hängt einerseits von der Grössenkategorie des Centers, andererseits von den Wochenöffnungszeiten ab:

Kategorie        Beaufsichtigungsstunden              Kompetenzpräsenzzeit
1                      Wochenöffnungszeit mal 1.00          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.00
2                      Wochenöffnungszeit mal 1.00          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.00
3                      Wochenöffnungszeit mal 1.00          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.00
4                      Wochenöffnungszeit mal 1.00          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.00
5                      Wochenöffnungszeit mal 1.11          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.11
6                      Wochenöffnungszeit mal 1.23          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.23
7                      Wochenöffnungszeit mal 1.36          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.36
8                      Wochenöffnungszeit mal 1.48          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.48
9                      Wochenöffnungszeit mal 1.60          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.60
10                    Wochenöffnungszeit mal 1.73          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.73
11                    Wochenöffnungszeit mal 1.85          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.85
12                    Wochenöffnungszeit mal 1.98          50% von Wochenöffnungszeit mal 1.98
13                    Wochenöffnungszeit mal 2.10          50% von Wochenöffnungszeit mal 2.10

Wieso muss ich für die Qualitätskriterien bezahlen, wenn ich nicht weiss, ob mein Center die Anforderungen erfüllt? »

Das Formulieren von Qualitätskriterien und deren laufende Überarbeitung sowie Anpassung an die Veränderungen in der Branche sind ein aufwändiger und kostspieliger Prozess. Aus diesem Grunde sind die Kriterien nicht gratis. Dies ist im Normungswesen üblich. Auch ISO-, DIN- oder CEN-Kriterien können nicht gratis bezogen werden.

Fragen zu Mitarbeiter und Qualifikationen

Was ist der "Status OK" eines Mitarbeitenden? »

Die Qualitätskriterien schreiben vor, dass in einem Center grössenabhängig eine Mindestzahl von wöchentlichen Beaufsichtigungsstunden durch Mitarbeiter abgedeckt ist, welche über den sogenannten "Status OK" verfügen. Diese Mindestzahl von Beaufsichtigungsstunden wird in den Qualitätskriterien als Kompetenzpräsenzzeit bezeichnet. Mitarbeitende mit dem "Status OK" verfügen über eine durch Ausbildungstage nachgewiesene und damit garantierte Mindestkompetenz. Diese Mindestkompetenz erhält ein Centermitarbeiter, wenn dreissig Ausbildungstage in Bereichen und zu Themen nachgewiesen werden können, die für die Instruktion und Beaufsichtigung von Trainierenden im Fitnesscenter wichtig sind.

Wie komme ich als Mitarbeiter eines Centers zum "Status OK"? »

Zur Erlangung des "Status OK" muss bei QualiCert ein Personaldossier eingereicht werden, welches die üblichen persönlichen Daten enthält und dem ausserdem Diplomkopien oder andere gültige Nachweise der absolvierten Ausbildungen beigelegt sind. Als erstes registriert QualiCert den betreffenden Mitarbeiter in der Mitarbeiterdatenbank und bewertet anschliessend nach einem objektiven Raster die eingesandten Ausbildungsnachweise. Der "Status OK" wird verliehen, wenn der betreffende Mitarbeiter entweder total 30 anrechenbare Ausbildungstage nachgewiesen oder aber erfolgreich eine Ausbildung absolviert oder Kompetenzen erworben hat, die grundsätzlich für den "Status OK" genügen (bspw. eidg. Fitnessinstruktor).

QualiCert kann eine solche Ausbildungsbewertung allerdings nur dann vornehmen, wenn die betreffenden Ausbildungslehrgänge auf Grund ihrer Inhalte schon einmal bewertet wurden oder wenn zum betreffenden Lehrgang detaillierte Informationen zum Lehrplan (Themen und Dauer) sowie zum Anbieter der Ausbildung vorliegen.

Wenn die Bewertung der Ausbildungsnachweise ergibt, dass die vorgeschriebenen 30 Ausbildungstage noch nicht erreicht sind, hat der Antragssteller zwei Möglichkeiten zur Erlangung des "Status OK":
- Der Mitarbeiter absolviert weitere Ausbildungen, bis die vorgeschriebenen 30 Tage erreicht sind.
- Der Mitarbeiter weist sogenannte Praxistage in Form von verlässlich nachgewiesener praktischer Tätigkeit als Fitnessinstruktor nach. Denn die Qualitätskriterien legen fest, dass maximal 20 der 30 vorgeschriebenen Ausbildungstage auch in Form von Praxistagen nachgewiesen werden können. Die genaue Regelung der Anrechnung von Praxistage ist in der nachfolgenden Frage aufgeführt. 

Was sind anrechenbare Praxistage und wie werden diese berechnet? »

Die Qualitätskriterien legen fest, dass zur Erreichung des "Status OK" 30 Ausbildungstage in Bereichen und zu Themen nachgewiesen werden müssen, die für die Instruktion und Beaufsichtigung von Trainierenden im Fitnesscenter wichtig sind. Die Qualitätskriterien legen ausserdem fest, dass maximal 20 dieser 30 Tage auch als "Praxistage" nachgewiesen werden können. Ein "Praxistag" entspricht aber nicht jedem Tag nachgewiesener praktischer Tätigkeit in einem Fitnesscenter. Pro Jahr anrechenbare "Praxistage" als nachgewiesene Beschäftigung als Instruktor oder Betreuer gelten:

bei einem Beschäftigungsgrad von 81% - 100%    =        5 Tage  =        5 Praxistage
bei einem Beschäftigungsgrad von 61% -   80%    =        4 Tage  =        4 Praxistage
bei einem Beschäftigungsgrad von 41% -   60%    =        3 Tage  =        3 Praxistage
bei einem Beschäftigungsgrad von 21% -   40%    =        2 Tage  =        2 Praxistage

Angerechnet werden können allerdings lediglich jene Beschäftigungsperioden vor dem Zeitpunkt des Antrags, zwischen denen keine längeren Tätigkeitsunterbrüche als fünf Jahre liegen.

Die Beschäftigungsnachweise müssen rechtlich verbindlich sein. Das heisst, dass eine Arbeit- oder Auftragsgeberbestätigung den Umfang (= Beschäftigungsgrad) sowie die Zeitdauer der Beschäftigung festhalten und ausserdem von einer Kopie eines amtlichen Dokumentes (AHV-Ausweis, -Abrechnung oder Steuerbeleg) begleitet sein muss. Sodann wird ein "nachgewiesener Praxistag" genau gleich gezählt wie ein Ausbildungstag. 

Welche Inhalte muss eine Ausbildung haben, damit die Ausbildungstage angerechnet werden? »

Die Inhalte und Themenbereiche, welche bei der Anrechnung von Ausbildungstagen auf Grund der quantitativen Dauer im Lehrplan angerechnet werden können, sind in den Qualitätskriterien festgehalten. Es sind dies:

Leistungsphysiologie, funktionelle Anatomie, Trainingswissenschaft und Trainingslehre (Kraft- und Herzkreislauf- bzw. Ausdauertraining), Bewegungsverhalten, Gerätekunde, Evaluation/Assessment (Leistungsfähigkeit / Gesundheitszustand), Methodik/Didaktik, maximal 10 Tage Ernährung.

Wie müssen Ein-/Austritte und Mutationen von Mitarbeitenden gehandhabt werden? »

QualiCert kann die Qualitätskriterien zum Personal nur überprüfen, wenn es über die Mitarbeiter jedes zertifizierten Centers im Bild ist – und zwar nicht über die Personendaten sondern auch über die absolvierten Ausbildungen. Aus diesem Grund gehört es zur Pflicht der zertifizierten Center, Mutationen, Ein- und/oder Austritte oder neue Ausbildungen zu den relevanten Themen (siehe Frage oben) laufend zu melden. Im Fall von neu absolvierten Ausbildungen natürlich unter Beilage des entsprechenden Nachweises (z.B. Diplomkopie). QualiCert informiert die zertifizierten Center jeweils Ende Januar zusätzlich über diese Meldepflicht und stellt dabei jedem Center eine Liste der für das betreffende Center in der QualiCert-Datenbank geführten Mitarbeitenden aus.

Welche Angaben braucht QualiCert bei der Meldung eines neuen Mitarbeitenden? »

Die Meldung jedes neuen Mitarbeitenden muss folgende Informationen umfassen:

Vorname und Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Adresse, PLZ/Ort, Private Telefonnummer, Private Email-Adresse, Arbeitsbeginn, Beschäftigungsgrad. Zusätzlich falls vorhanden: absolvierte Ausbildungen mit entsprechendem Nachweis (z.B. Diplomkopie), Auflistung von Praxiserfahrung mit entsprechenden Nachweisen (siehe oben).

QualiCert benötigt diese Angaben, weil einmal registrierte Mitarbeitende auch dann in der Datenbank verbleiben, wenn sie ihr Arbeitsverhältnis beendigen und vielleicht in einem andern Center arbeiten. Ohne diese Angaben könnten die einzelnen Personen unter den gegen 10 000 registrierten Centermitarbeitenden nicht verlässlich identifiziert werden.

Wann ist ein CPR-BLS-Ausweis gültig? »

Ein CPR-BLS-Ausweis ist gültig, wenn er nicht älter als zwei Jahre ist und der Ausweis durch eine Organisation ausgestellt ist, welche über die ResQ- oder SRC-Zertifizierung verfügt.

Kann der CPR-BLS-Ausweis auch durch das Absolvieren eines Kurses bei einem Samariterverein erworben werden? »

Ja. Für die Erfüllung des Qualitätskriteriums der ständigen CPR-BLS-Präsenz während der gesamten Öffnungszeiten kann ein CPR-BLS-Ausweis, der von einem Samariterverein ausgestellt wurde, allerdings nur dann gezählt werden, wenn der betreffende, organisierende Samariterverein ResQ- oder SRC-zertifiziert ist und wenn der CPR-BLS-Ausweis nicht älter als zwei Jahre ist.

Wenn eine Center-Mitarbeiterin über den "Status OK" verfügt, ist sie dann auch automatisch als Leiterin gesundheitsfördernder Kurse zertifiziert? »

Nein, denn die Anforderungen zur Erreichung des "Status OK" sind bezüglich Qualifikationsnachweise deutlich tiefer als jene für die Zertifizierung als Leiterin gesundheitsfördernder Kurse. Dies hat mehrere Gründe.

Die Leitung von gesundheitsfördernden Kursen verlangt eindeutig andere Qualifikationen und Kompetenzen als die Beaufsichtigung von Trainierenden und deren Instruktion in ein gerätegestütztes Trainingsprogramm. Einerseits sind die methodisch-didaktischen Anforderungen anders und andererseits steht den Instruktoren für gerätegestütztes Kraft- und/oder Ausdauertraining ein grosses Experten-Know-how zur Verfügung, welches in die Konstruktion der Geräte eingeflossen ist.

In einem Fitnesscenter wird die Qualität der Dienstleistung, die für den Kunden erbracht wird, durch eine ganze Reihe weiterer Faktoren (Infrastrukturen, standardisierte Prozesse im Notfallmanagement etc.) positiv beeinflusst, welche im Fitnesscenter gemäss den Qualitätskriterien überprüft und verlangt werden kann, während bei einer Kursleiterin grösstenteils nur deren Qualifikation als Garantie für die Qualität beurteilt werden kann.